Worauf habe ich mich da nur eingelassen?

Team SCHAFKAS

„Ist das nicht ein bisschen übertrieben?“ fragt mich der Kleine kritisch, als ich ihm eröffne, dass wir jetzt ein Monat lang nur UMS EGG einkaufen werden.
„Die haben Zucchini!“ wirft der Große vorwurfsvoll ein, als hätte er damit die verwerfliche Moral des Genossenschaftsgeschäfts unmissverständlich bewiesen.
„Wenn ich mir vorher eine Palette Kalten Kaffee beim Spar holen darf, kein Problem“, lautet die Unterstützung vom Liebsten.

Warum?

Und weshalb möchte ich eigentlich selber mitmachen, bei dieser #umseggchallenge? Zum einen könnte man natürlich sagen, mein Interesse als Genossenschaftsmitglied und ich möchte, dass der Laden gut läuft. Außerdem ist da natürlich dieses Wort „Challenge“ – Einer Herausforderung kann ich selten widerstehen. Und versuchen wir nicht sowieso, wo möglich regionale Betriebe zu unterstützen oder greifen in den Supermärkten gerne zu den BIO-Produkten?

Meistens siegt die Bequemlichkeit

Als Ternberger Familie sind wir, was die Nahversorgung betrifft, sehr gut aufgestellt. Auf dem 10 km langen Weg zwischen unserem Haus und dem UMS EGG komme ich an drei Lebensmittelgeschäften vorbei. Schon seit einem Jahr steht der Vorsatz in unserer Küche, öfter im EGG einkaufen zu gehen. Und verstaubt dort.

Am 1. Oktober startet unser UMS-EGG-Monat.
Am 28. September komme ich beim Hofer in Steyr vorbei und etliche Produkte hupfen mir ins Einkaufswagerl.
Am 29. September läuft noch dieses Pickerl-Aktion beim Spar und das wäre ja schade, wenn wir die 20% Rabatt so ungenutzt verkommen lassen.
Am 30. September treffe ich Bernd und die „andere Familie“ im UMS EGG und nehme ein paar Kleinigkeiten mit, um mich wieder mit dem Kassensystem vertraut zu machen.

„Das muss gut vorbereitet werden“, meint Bernd am Anfang unserer Challenge. „Kein Problem“, denke ich. Im Schrank sind zur Not noch die Gulaschdosen von unserem Corona-Hamsterkauf aus dem Frühling und der Liebste hat am Vorabend noch vier Sechser-Tragerl Red Bull heimgeschleppt.

TAG 1 und wie ein Rosinenkipferl motiviert

Zu meinem ersten Einkauf gehörte ein Sackerl mit drei tiefgekühlten Schaupp-Kipferln. Am Morgen richte ich den Kindern je eines für die Schuljause her und hoffe, dass sie bis zur Pause aufgetaut sind (Spoiler: Das geht sich aus!).

Das dritte hole ich mir selbst zu meinem 10-Uhr-Kaffee im Büro. Zugegeben, das ist schon was anderes als die Budget-Kipferl aus dem 10er-Plastiksackerl, die wir sonst manchmal frühstücken. Ich bin begeistert. Ich genieße jeden Bissen. So darf das Monat ruhig weiterlaufen!

TAG 2 und wie wir das Mittagessen taufen

Im UMS EGG hängen etliche Rezepte zur freien Entnahme aus. Bei meinem ersten Besuch habe ich sie alle mitgenommen! Am zweiten Tag unserer #umseggchallenge probiere ich das erste aus: CREMIGES GEMÜSE-LINSEN-CURRY mit Reis.

„Schmeckt es?“ frage ich den Großen vorsichtig, als er nach der Schule Versuchskaninchen spielen muss. „Sind eh nur Sachen drin, die du gerne hast – Karotten, Erdäpfel, ein bisserl Kürbis…“ – Linsen und Zwiebel lasse ich mal lieber unerwähnt.
„Ja“, meint er. „Aber warum heißt das Curry?“
„Achso, ja, ein bisserl Curry ist auch drin…“
„Und deshalb nennt man gleich das ganze Gericht ‚Curry‘? Wir könnten auch einfach ‚Erdäpfelgulasch nach Curry-Art‘ dazu sagen“.

FAZIT: Das Rezept ist in das Familienrepertoire aufgenommen.

TAG 3 und wie der erste Besuch verstummt

Es hat sich so eingespielt, dass ein- bis zweimal die Woche ein Freund auf ein schnelles Red Bull bei uns vorbei schaut. (Darf ich Red Bull überhaupt hier schreiben? Ist das Schleichwerbung? Ich bekomme nämlich nichts dafür bezahlt… Aber wenn ich es „Energydrink mit Rindviech“ nenne, weiß doch sowieso auch jeder, was ich meine…)
Als wir diesem Freund von unserer #umseggchallenge erzählen, lacht er. Um ihn davon zu überzeugen, dass es dort nicht nur grünes Ökozeug ohne Geschmack gibt, hole ich etwas aus meiner Süßigkeiten-Schatzkiste. Orangentaler, mein absoluter Liebling aus dem EGG.

Der Freund nickt anerkennend: „Eh nicht schlecht. Nur ein bisserl zu klein“.
Einen zweiten bekommt er aber nicht.


Frühlingsrezept

Überbackener Spargel

für ca. 4 Personen
1 kg Spargel (weiß od. grün)
300 g Schinken
70 g Käse
60 g Butter
60 g Mehl
600 ml Spargelsud
2 Dotter
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
Optional: Spargelgewürz

  1. Spargel vorbereiten (weißen Spargel schälen) und in gesalzenem Wasser je nach Dicke der Spargelstangen 5-10 Minuten kochen (oder dämpfen)
  2. Spargelstangen einzeln mit Schinken umwickeln und in eine gefettete Auflaufform legen
  3. Butter zerlassen, Mehl in Butter anschwitzen, mit Spargelsud aufgießen und unter Rühren ca. 5 Minuten einkochen. Dotter und Gewürze einrühren
  4. Sauce über den Spargel geben, geriebenen Käse darüber verteilen und im Backrohr bei 200 °C ca. 20-25 Min. überbacken
  5. Mit frischem Schnittlauch bestreuen und genießen!

Beilagentipp: Grüner Salat und Erdäpel

Rezept zum Download